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HARALD KRÖNER

BIOGRAPHIE
Ausgestaltung eines Abschiedsraums Diakoniekrankenhaus Mannheim 2008
(Wettbewerb, eingeladene Künstler: Larissa Bart, Madeleine Dietz, Harald Kröner, Rainer Nepita)
Ausführung 2008
 
Aufgabenstellung
In einem etwa 50 qm grossen Raum ohne Tageslicht sollte ein Abschiedsraum eingerichtet werden in dem Hinterbliebene von in der
Klinik verstorbenen Angehörigen Abschied nehmen können.
Der Raum sollte „anders sein als alle Räume im Krankenhaus (...), das Gewicht der Situation erfahrbar machen, die Bedeutung von Tod
nicht verniedlichen, (...) und aus Rücksicht auf andere Konfessionen auf eindeutige christliche Symbole, Zeichen und Aussagen verzichten“
und möglichst allgemein erfahrbare Bilder finden, die Übergang thematisieren.
 
Konzeption
Mein Konzept sah vor, dass die abgehängte Decke sowie alle Leitungen aus dem Deckenbereich entfernt werden, um den Raum in einen
Urzustand zurückzuführen und eine bessere Raumkubatur zu erreichen. Die betonierten Unterzüge, die dadurch wieder sichtbar wurden,
wurden, ebenso wie die zentrale Stütze, roh belassen und weiss gestrichen.
In diesen Raum habe ich einen etwa um 4° gedrehten, 2,20 meter hohen Raum aus Holz ( weiss lasierte Birke ) eingebaut, der sich wie eine
Schnecke um die Säule windet. Dadurch entsteht ein Wegcharakter und eine zunächst unmerkliche aber dennoch stark körperbetonte
Erfahrung oder Irritation, durch die Verschiebung der Raumkoordinaten, „so dass die durch den Tod verrückte Lebenssituation der Angehörigen
ablesbar wird und räumlich Gestalt gewinnt“
(Beurteilung der Jury).
 
Das Holz ist bewusst stark gemasert, die Maserung bleibt durch die leichte Lasur deutlich sichtbar und „erinnert an Prozesse lebendigen
Werdens und Vergehens“ ( Jury ).
 
Im Übergangslinie zwischen „innerem“ und „äusserem“ Raum verläuft ein Lichtband als umlaufender, leuchtender Horizont. Dieses sichtbar
montierte Neonband kann ist die hauptsächliche Lichtquelle. Dadurch dass es komplett im Verlauf gedimmt werden kann, können Lichtstimmung,
atmosphäre und Grundhelligkeit sehr genau bestimmt werden. An einer Stelle im hinteren Bereich unterbricht ein schmales, ebenfalls dimmbares,
senkrechtes Lichtband die Wandabwicklung.